Review: Samyang 16mm F2.0

Thema Weitwinkel: Das Samyang 16mm F2.o im Langzeit-Test. Ich habe das Samyang jetzt ein halbes Jahr und es praktisch ständig verwendet. Gefühlte 90% meiner Fotos (und 99% meiner Landschaftsfotos) in dieser Zeit sind damit entstanden. deshalb möchte ich kurz zusammenfassen, wie es sich bewährt hat. Alle Bilder im Artikel sind natürlich mit dem Samyang entstanden. Weiter Beispielfotos findest du hier oder hier oder du schaust bei mir auf 500px vorbei.

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Abendstimmung in der Au (Nikon D5500, ISO100, F8.0, 30s)

Das Samyang ist, wie bei der Marke üblich, ein rein manuelles Objektiv, es gibt also keinen Autofokus. Außerdem ist es für das APS-C Format ausgelegt, man hat an einer entsprechenden Kamera also 24mm Bildausschnitt. Bei der Verwendung an einer Vollformat Kamera kommt es an den Rändern dann natürlich zu Abschattungen.

In Zusammenhang mit der kurzen Brennweite und der großen Offenblende eignet es sich somit am besten für Landschafts- und Sternfotografie. Das manuelle Fokussieren stört (mich) hier gar nicht, da man in der Landschaftsfotografie meistens auf dem Stativ arbeitet und einfach über den Live View scharf stellen kann. Im Zweifelsfall ist die Schärfentiefe bei der obligatorischen Blende 8 aber ohnehin so groß, dass man den Fokusring nur ungefähr auf Unendlich stellen muss um ein scharfes Bild zu erhalten.

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Sonnenaufgang am Meer (Nikon D5500, ISO100, F11, 1/20s)

Die Verarbeitungsqualität des Objektivs ist wirklich ausgezeichnet und bietet eine Qualität hinter der sich Objektive anderer Hersteller in der selben Preiskathegorie verstecken müssen. Ganz besonders gelungen ist der große Fokusring, der sich durchgehend flüssig drehen lässt, aber einen angenehmen Widerstand besitzt und an beiden Seiten einen festen Anschlag hat. Die Gegenlichtblende sitzt auch nach vielem Auf- und Abnehmen noch fest am Objektiv.

Größe und Gewicht des Objektivs spielen für mich eine große Rolle, da ich es meistens im Rucksack auf einen Berg schleppen muss. Das Samyang ist hier ein eher größeres Objektiv, allerdings weit davon entfernt zu schwer oder zu groß für einen normalen Wanderrucksack zu sein.

 

 

Was bringt das Samyang mit?

Zum einen ist das Objektiv sehr scharf und das nicht nur bei geschlossener Blende. Bereits bei Blende 2.0 erhält man ein Bild, das auch zu den Rändern hin noch sehr scharf ist. Abblenden verbessert die Schärfe natürlich noch ein mal, gerade in den Ecken, aber dabei handelt es sich um Unterschiede die nur auf 100% sichtbar werden. Prinzipiell hat das Samyang als eines der wenigen Weitwinkelobjektive eine exzellente Schärfe, sowohl im Mittel- als auch Randbereich. Es gibt nur wenig vergleichbare Objektive und bestimmt keines in dieser Preisklasse. Gerade die Schärfe an den Bildrändern zeichnet das Objektiv aus.

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Rechter oberer Bildrand auf 100% Vergrößerung: Links bei F2.0, Rechts bei F8.0

Die Verzerrung ist, wie bei allen Ultra-Weitwinkel Objektiven natürlich vorhanden, hält sich soweit aber in Grenzen und wäre mir noch nicht negativ aufgefallen. Chromatische Aberration schafft das Objektiv ebenfalls sehr gut und man hat hier eigentlich kaum störenden Farbsäume. Die Vignettierung  ist bei Blende 2.0 sichtbar, bei höheren Blendenstufen allerdings kein Thema mehr.

Mit einer Blende von 2.0 spricht man nur ein Randgebiet der Landschaftsfotografie an, denn im Normalfall arbeitet man ohnehin auf Blende 8. Sobald es aber darum geht den Sternenhimmel abzulichten ist man darüber sehr froh, denn bei Blende 2.0 gelingen einem tolle Aufnahmen bei relativ niedrigen ISO Werten. In Zusammenhang mit der guten Schärfe bei Offenblende hat man hier also eines der besten Objektive für die Stern- und Astrofotografie.

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Sternenhimmel über Wald (Nikon D5500, ISO3200, F2.0, 30s)

Die Naheinstellungsgrenze liegt laut Hersteller bei 20cm, in der Praxis kann man das Motiv aber fast mit der Gegenlichtblende berühren und immer noch fokussieren. Damit kann man auch die ein oder andere Makroaufnahme machen, vorausgesetzt man hat ein unbewegliches Motiv an das man auch nah rankommen kann. Optimal ist das allerdings natürlich nicht.

 

Was kann das Samyang nicht?

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Sonnensterne am Samyang (Nikon D5500,  ISO100, F11.0, 10s)

Was vielen Objektiven (wie z.B. dem Samyang 12mm 2.0) dieser Marke gemein ist: Mit Gegenlicht-Situationen können sie nicht umgehen. Fotografiert man direkt in die Sonne führt das in den meisten Fällen zu starken Flares und Lichtflecken. Dies kann man aber in gewissem Maße vermeiden, indem man die Sonne „direkt von vorne“ in das Objektiv scheinen lässt oder man zwei Bilder macht und das anschließend in der Nachbearbeitung behebt. Bei den Sonnensternen war ich hingegen wieder positiv überrascht, da liefert das Samyang meistens gute Ergebnisse. Für mich finde ich sie bei Blende 11 am schönsten. Bei höheren Blendenstufen werden sie aber noch ausgeprägter.

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Lensflare bei Gegenlichtsituation (Nikon D5500, ISO100, F8.0, 1/500s)

Ein weiter Aspekt ist der fehlende Zoom. Eine Brennweite von 16mm ist für die meisten Situationen in der Landschaftsfotografie genau richtig, jedoch habe ich mir schon ab und zu gewünscht hier ein bisschen mehr Spielraum zu haben. Dieses „Problem“ hat man aber natürlich mit allen Festbrennweiten. Im Normalfall kommt man mit 16mm schon ziemlich gut dorthin wo man hinwill, Notfalls kann man das Bild noch etwas zuschneiden.

 

Gemessen am sehr geringen Preis von derzeit knappen 400 Euro (laut Amazon) erhält man hier eines der hochwertigsten und schärfsten Objektive, das sich ideal für Landschafts- und insbesondere für  Sternfotografie eignet, solange man mit dem manuellen Fokus umgehen kann. Einziger Wermutstropfen ist die Flare-Anfälligkeit bei Gegenlichtsituationen und dass man mit einer Festbrennweite ab und zu an Grenzen stößt.

Abgesehen davon kann ich es aber uneingeschränkt empfehlen und es ist das erste Objektiv, das ich einpacke, sobald ich mich auf Fototour gehe.


3 Gedanken zu “Review: Samyang 16mm F2.0

  1. Die Fotos gefallen mir sehr gut! Klasse Objektiv. Ich hab mir gerade vorgestern das Walimex 12mm 2.0 bei Amazon geholt. Absolutes Schnäppchen gewesen. Ist ja auch ein Samyang. Bin mal gespannt wie sich die 12mm, bzw. mit Crop 18mm an meiner Alpha 6000 machen…

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