Quicktipp: Wann ist die beste Zeit zum Fotografieren?

Vermutlich fotografieren die meisten Wanderer, Bergsteiger und Naturfreunde, denn die eindrucksvollen Anblicke, die sich einem während einem Tag in der Natur bieten, versetzen einen in Erstaunen und man möchte diese Erinnerungen festhalten und mit nach Hause nehmen.

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Ein herrlicher Tag in den Bergen (Nikon D5500, F8.0, ISO 100, 1/500s)

Solche Fotos haben aber meistens ein Problem: Sie sind an einem wolkenlosen Tag um die Mittagszeit aufgenommen worden. Was gute Bedingungen für das Wandern sind, sind oft schlechte Bedingungen für das Fotografieren von Landschaften. Denn in der Landschaftsfotografie kommt es vor allem auf eines an, auf das richtige Licht! Nur selten entstehen spannende Aufnahmen bei hellem Tageslicht und hoch am Himmel stehender Sonne, denn Schatten werden ausgeleuchtet und Farben eher blass dargestellt. So entstehen flache und eintönige Bilder. Die richtige Zeit für einen Landschaftsfotografen um die Kamera auszupacken sind Sonnenaufgang und Sonnenuntergang.

 

Während dem Sonnenaufgang oder dem Sonnenuntergang steht die Sonne sehr tief, so entstehen nicht nur dramatische Schatten in der Landschaft, sondern der Himmel verfärbt sich und es wird eine eindrucksvolle Lichtstimmung erzeugt.

Dabei geht es dem Landschaftsfotografen weniger um den Moment in dem die Sonne über dem Horizont auftaucht beziehungsweise hinter ihm verschwindet, sondern vielmehr um die Phasen in denen der Himmel eine spezielle Färbung aufweist. Hier spricht man oft von der sogenannte goldene und blaue Stunde, die nur namentlich Stunde heißen, von der Zeitspanne aber stark variieren können.

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Berge in der Ferne zur goldenen Stunde (Nikon D5500, F8.0, ISO100, 1/50s)

Wenn bei einem Sonnenaufgang, die Nacht langsam in den Tag übergeht, entstehen zuerst tiefe Blau- und Magentatöne (blaue Stunde), die allmählich von feurigen Rot- und Gelbtönen abgelöst werden (goldene Stunde). Der Sonnenaufgang findet dann irgendwann im Laufe der goldenen Stunde statt. Dabei entstehen die intensivsten Farben aber meistens bevor die Sonne aufgegangen ist. Ebenso verhält es sich beim Sonnenuntergang, nur dass da der Tag in die Nacht übergeht. Auch hier gilt, dass die spektakulärsten Farben zumeist dann auftreten, wenn die Sonne schon hinter dem Horizon verschwunden ist.

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Leuchtturm bei Podersdorf zur blauen Stunde (Nikon D5500, F8.0, ISO100, 20s)

Wie lange diese Phasen schlussendlich dauern hängt vom jeweiligen Standpunkt und der Jahreszeit ab. Wichtig ist wohl zu wissen, dass die Bahn der Sonne im Winter flacher verläuft als im Sommer, die blaue und goldene Stunde demnach zu dieser Jahreszeit auch um einiges länger sind.

Mit Handy Apps wie PhotoPills kann man sich sogar die Dauer der goldenen und blauen Stunde für den jeweiligen Standort raussuchen und so gezielter seine Fotos planen.

 

Am besten fotografiert man Landschaften also vor Sonnenaufgang oder nach Sonnenuntergang, denn dann hat man die besten Voraussetzungen für kontrastreiche, farbintensive und ausdrucksstarke Fotos. Aber auch mit den ersten oder letzten Strahlen der Sonne lassen sich dramatische Schatten erzeugen und so einzelne Motive besonders gut hervorheben.

Wichtig ist es auch sich Zeit zu nehmen und diese Phasen voll auszukosten. Oft ändert sich das Licht im Minutentakt und es ergeben sich neue Farbschauspiele. Deshalb versuche ich für Sonnenaufgang und Sonnenuntergang mindestens eine Stunde einzuplanen um alle Facetten einfangen zu können um dann zu Hause zu entscheiden, welche mir am besten gefällt.

Das linke Bild wurde kurz vor Sonnenaufgang aufgenommen. Da es „gegen“ den Sonnenaufgang fotografiert wurde, ist der Himmel nicht sonderlich verfärbt und das Foto ist eher grau und eintönig, jedoch lassen sich erste spannende Schattenwürfe erkennen.

Das rechte Bild wurde kurz nach Sonnenaufgang aufgenommen. Dadurch, dass die Sonne die Gebirgskette und die Bergspitzen im Hintergrund mit ihrem warmen Licht beleuchtet entsteht hier ein Bild mit einem hohen Farbkontrast. Zusammen mit der selektiven Beleuchtung der Berge ergibt sich ein spannendes Bild.

Obwohl diese beiden Fotos nur wenige Minuten voneinander aufgenommen wurden ist der Unterschied gewaltig und entscheidet hier zwischen einem guten und einem schlechten Foto.

 

Natürlich können auch bei Tageslicht gute Landschaftsfotos entstehen, es ist aber wesentlich schwieriger, da man sich nicht auf die guten Voraussetzungen verlassen kann, es bleibt also nur das Können über! 😉


4 Gedanken zu “Quicktipp: Wann ist die beste Zeit zum Fotografieren?

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