Touren… ahm, Urlaubsbericht: Traunsee

Diesmal habe ich mich auf eine Tour der etwas anderen Art begeben, denn ich bin weniger mit dem Ziel losgegangen einen Berg zu besteigen, als viel mehr mit dem Ziel an einem bestimmten Ort zu fotografieren und zwar am Traunsee in Oberösterreich. Natürlich durfte ein kleiner Aufstieg auf den Sonnstein und eine Übernachtung am Berg trotzdem nicht fehlen.

An den Traunsee zu fahren stand schon länger auf meiner To-Do-Liste, letztendlich habe ich mich dann spontan dazu entschieden die endenden Ferien noch mit einem kleinen Ausflug dorthin abzuschließen. Der Grund wieso ich dort hinwollte ist offensichtlich: Ein See, umgeben von sehr markanten Bergen, ein Traum zum Fotografieren!

Angekommen in Traunkirchen musste ich erstmal schlucken, gerade der Traunstein, mein Hauptmotiv war von Wolken verhangen, die auch während des Tages nicht weichen wollten. Allerdings bieten sich einem von der alten Fischerei aus ein paar fantastische Szenerien, die einen Klick wert sind.

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Sonnenuntergang am Traunsee (NIkon D5500, F8.0, ISO100, 10s)

Nach einem ausgedehnten Abendessen machte ich mich dann auf den Weg zu meinem Schlafplatz, dem nahegelegenen kleinen Sonnstein. Der Anstieg auf den Sonnstein ist großteils recht flach und lässt sich auch im Winter gut begehen.  Kurz unterhalb des 923m hohen Gipfels steht das Sonnsteinhaus, das im Winter aber geschlossen ist. Deshalb habe ich unter dem Gipfelkreuz im Biwak übernachtet. Das ist billiger als ein Hotel und man hat einen atemberaubenden Ausblick auf den Traunsee und die umliegenden Berge.

Nach einer gemütlichen, windstillen Nacht habe ich mir den Wecker besonders früh gestellt um ein paar Sternspuren aufnehmen zu können, denn über Nacht hatte es aufgeklart. Man macht über einen längeren Zeitraum (bei mir war es eine halbe Stunde) mehrere Fotos, zusammengefügt in Photoshop wird dann die Bewegung des Nachthimmels sichtbar. Das Problem dabei ist aber dass man für lange Zeit am Fotografieren ist, bei -15 Grad kein angenehmes Unterfangen, weswegen ich am Gipfel gesteppt bin wie ein russischer Bär, um mich warm zu halten. Ich hoffe nur, mich hat keine neugierige Gams beobachtet. 😉

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Sternspuren über dem Traunstein

Hm, das Bild ist verschwommen. Falsch fokussiert? Nein, passt alles. Vielleicht ist das Objektiv beschlagen? Ach ja. Ich wische mit meinem Halstuch über das Objektiv um es sauber zu bekommen, nichts passiert. Nochmal, wieder nichts. Langsam dämmert es mir, mein Objektiv ist nicht beschlagen, es ist vereist!

Den Sonnenaufgang wollte ich allerdings wieder im Tal verbringen, also machte ich mich erstmal an den einstündigen Abstieg. Im Tal angekommen wurde ich erstmal von dichtem Nebel überrascht, der über dem See hing. Teilweise hat mir das das Fotografieren sehr erschwert, da manchmal viel Nebel zusammenkam und der Kamera die Sicht nahm. Außerdem hat sich die Feuchtigkeit an mir und der Kamera festgesetzt und ist wegen der niedrigen Temperaturen sofort gefroren. Das Ergebnis waren eine vereiste Kamera, die diesen Strapazen aber wunderbar getrotzt hat und weiter Fotos gemacht hat, als wäre ein lauer Sommertag. Das Objektiv musste ich jedoch mit viel Mühe enteisen, da die Bilder sonst alle verschwommen geworden wären.

 

Kleine Fotolektion

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Nebeliger Morgen am Fuße des Traunsteins (Nikon D5500, F8.0, ISO100, 1/100s)

Mein persönliches Fotofazit dieser Tour bezieht sich auf die Verschlusszeit. Normalerweise packe ich, sobald ich weiß, dass ich etwas mit Wasser fotografiere sofort meine ND-Filter aus um ein lange Belichtungszeit zu bekommen. Ich mag den Look dieses geglätteten Wassers sehr gerne und verwende ihn praktisch immer. Jedoch lässt sich eine lange Verschlusszeit mit Nebel nicht vereinbaren, denn alles was da passiert, ist, dass das Foto dunstig wird und stark an Kontrast verliert. Wenn man Nebel fotografiert, gerade wenn er sich schnell bewegt, sind kurze Verschlusszeiten sinnvoller um die Formen einzufrieren. Klarerweise wird dann auch das Wasser in seiner aufgewühlten Form dargestellt. Diese Aspekte geben den Bilder einen wilden, stürmischen Charakter, der die Situation vor Ort sehr gut wiederspiegelt.

 

Insgesamt war das eine sehr angenehme Tour. Im Fokus stand das Fotografieren, wodurch ein paar gute Bilder entstanden sind. Zusammen mit einer kleinen Portion Abenteuer in Form einer Bergübernachtung war das ein sehr gelungener Ausflug. Ich freue mich aufs nächste Mal!


8 Gedanken zu “Touren… ahm, Urlaubsbericht: Traunsee

  1. Tolle Fotos! Aber das ist vielleicht ein zu selbstverständlicher Kommentar. 🙂 Was mir persönlich gut gefällt, ist, dass du neben den Fotos auch den Worten Raum lässt. Und deine Erlebnisse fühlbar und subjektiv darstellst, was einen gerne mitlesen lässt. Gute Touren weiterhin!

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