Tourenbericht: Rötelstein

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Alles was im Augenblick zählt ist der Moment. Wenn man gerade an einer Felswand hängt,  umgeben von Eis und Schnee, hat man keine Zeit sich über Dinge wie Arbeit oder Studium den Kopf zu zerbrechen. Man ist im Hier und Jetzt, alles woran man denkt ist der nächste Schritt, der nächste Griff, der nächste Atemzug. Die Nichtigkeiten des Alltags erscheinen auf 2000m Höhe lächerlich, denn alles was im Augenblick zählt ist der Moment.

Der 2218m hohe Rötelstein liegt quasi gleich neben dem bekannten Dachstein und eignet sich deshalb ausgezeichnet dafür diesen zu fotografieren.

Vom Parkplatz bei der Rettensteinhütte geht es anfangs recht gemütlich bergauf. Schneeschuhe sind jedoch nach wie vor angebracht, denn auch Ende Februar liegt noch reichlich Schnee am Berg und Spuren, denen man folgen könnte gibt es keine.

Ab dem Haidegghof beginnt aber das eigentliche Abenteuer, denn man wandert und klettert den Gebirgsgrat zum Rötelstein hinauf. Hier musste ich die Schneeschuhe gegen Steigeisen wechseln, da es die meiste Zeit steil bergauf geht und man außerdem auf einige Kletterabschnitte trifft. Man bekommt es mit sehr gemischten Bedingungen zu tun. Mal geht man über nackten Fels, dann klettert man eine vereiste Wand hinauf und gleich darauf versinkt man bis zur Hüfte im tiefen Schneefeld. Langsam verstehe ich auch, wieso meine Spuren die einzigen waren… 😉

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Sternenmeer über dem Dachstein (Nikon D5500, F2.0, ISO 6400, 20s)

Ich hatte Glück, dass vermutlich verhältnismäßig wenig Schnee lag und ich den Aufstieg überhaupt geschafft habe. Für die Strecke, die großzügig mit 2 1/2 Stunden angeschrieben war, habe ich dadurch aber ganze 4 Stunden gebraucht.

Oben angekommen sind alle Anstrengungen aber schnell vergessen, denn es bietet sich einem ein wahrlich einzigartiger Ausblick. Zum einen sieht man den sehr markanten Gipfel der sogenannten Bischofsmütze und natürlich ist die Mächtigkeit des Dachsteins allgegenwärtig.

Nach einer angenehm warmen und windstillen Nacht im Schlafsack unter dem Sternenhimmel, geht es über den sehr steilen Sulzenhals hinunter zur Bachalm und von da zurück zur Rettenbachhütte.

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Hallstätter Touristenfoto

Da ich ausnahmsweise mit dem Auto unterwegs war habe ich bei der Rückfahrt noch einen kleinen Abstecher in Hallstatt gemacht, das praktisch am Weg liegt. Und auch, wenn man das typische Touristenbild schon 100 mal gesehen hat ist es doch schön es selbst zu machen.

Such dir einen Vordergrund

Bestimmt hast du schon einmal gehört, dass ein gutes Foto einen Vordergrund braucht und das ist richtig so. Gerade bei Landschaftsaufnahmen reicht es meistens nicht einfach ein interessantes Motiv in die Bildmitte zu packen und auf den Auslöser zu drücken. Ganz entscheidend sind da auch sekundäre Bildelemente, wie ein passender Vordergrund.

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Morgenstimmung (Nikon D5500, F8.0, ISO100, 1/10s)

Ein guter Vordergrund gibt dem Foto nicht nur eine gewisse Tiefe, sondern führt den Blick des Betrachters im besten Fall auch gleich zum Hauptmotiv. Bei dem Foto oben ist die dunkle Bergkette der Vordergrund. Sie geben der Landschaft dahinter einen Rahmen und lenken den Blick stärker auf die hellen Berge im Hintergrund.

Oft ist es aber gar nicht leicht einen guten Vordergrund zu finden, gerade in den Bergen wo der Platz beschränkt ist und die Landschaft doch eher einheitlich ist. Im Winter wird das ganze nochmals schwieriger, da meistens alles in einheitlichem Weiß erscheint. Das habe ich mir bei dem Foto vom Dachstein aber zu Nutze gemacht und die Schneewehe als Vordergrund verwendet.

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Dachstein am Morgen (Nikon D5500, F11.0, ISO100, 1/8s)

Mein persönliches Highlight der Tour ist dieses Foto von der Bischofsmütze. Und auch hier spielt der Vordergrund eine große Rolle. Die kleine Hütte gibt dem Betrachter ein Gefühl von Tiefe und sorgt zusätzlich noch dafür, dass die Größe des Berges in Szene gesetzt wird. Das Foto wäre weit weniger interessant, wäre da nicht die kleine, verschneite Hütte.

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Die Hütte vor der Bischofsmütze (Nikon D5500, F8.0, ISO200, 1/250s)

5 Gedanken zu “Tourenbericht: Rötelstein

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