Tourenbericht: Kalbling

Zur Tour

Ich bin gerade auf der Suche nach einer passenden Stelle für mein Nachtlager, lasse den Blick dabei über die umliegende Landschaft streifen und schrecke zusammen. Ein Auto? Ein Hubschrauber? Es braucht einen Augenblick bis ich begreife, was ich sehe. Der Mond geht gerade groß und hell über den Bergen auf. Ich werfe meinen Rucksack an Ort und Stelle zu Boden, schnappe mir Kamera und Stativ und hetze auf die nächste Anhöhe um einen besseren Blick zu haben. Von wegen bei der Landschaftsfotografie könne man sich Zeit lassen!

Der Weg auf den 2196m hohen Kalbling ist wirklich ein Erlebnis. Von der Sportalm geht es gemütlich eine Forststraße hinauf bis zur sehr schönen Klinke Hütte. Von da aus sieht man schon den Gipfel des Kalblings, der hoch über dem Dach der Hütte aufragt. Der Weg wird steiler und man steigt linksseitig einen felsigen Weg auf. Während dem gesamten Aufstieg hat man eine herrliche Sicht auf die umliegenden Berge.

Landschaft (web)
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Den Ruf des Berges schien niemand außer mir gehört zu haben, darum war ich auch zusammen mit ein paar Gämsen alleine auf dem Berg und hatte die schöne Aussicht ganz für mich. Dabei ist Route durchaus auch im Winter gut begehbar, nur einmal kommt man an eine Stelle an der Vorsicht geboten ist, da man hier sonst Gefahr laufen kann abzurutschen.

Vom Kalbling aus kann man noch zum benachbarten Sparafeld aufsteigen, wenn einem die Tour noch nicht genug war. Ich habe mich aber mehr auf das Fotografieren konzentriert und mein Nachtlager mitten am Sattel zwischen Kalbling und Sparafeld aufgeschlagen.

Mondaufgang (web)
Mondaufgang in den Bergen

Die Nacht war allerdings relativ schlaflos für mich. Es war zwar windstill und einigermaßen warm, aber der Mond war sehr hell und hat mir, fast wie ein Scheinwerfer die ganze Nacht ins Gesicht geleuchtet. Demnach habe ich die Nacht mehr mit fotografieren als mit schlafen verbracht, was auch nicht so schlecht ist.

Ungeahnte Möglichkeiten

Auch wenn das typische Foto von einem Berg, der aus der Landschaft ragt, in Kombination mit einem dramatischen Sonnenuntergang immer ein gutes Fotomotiv abgibt, gibt es noch zahlreiche weitere Möglichkeiten, wie und was man in luftigen Höhen fotografieren kann.

Man mag es kaum glauben, aber der Mond kann einem am Berg, wo es sonst keine Lichtquellen gibt, fast wie die Sonne vorkommen. Gerade in der Kombination von (fast) Vollmond und Schnee kann man sich auch problemlos ohne Stirnlampe zurechtfinden. Für das Fotografieren tun sich dabei ganz spannende Aspekte auf, denn wenn man die Belichtungszeit entsprechend wählt kann man hier surreale Nachtaufnahmen erstellen, die man so nicht zu Gesicht bekommt.

Mondlandschaft (web)
Landschaft im Mondschein

Für einen „erfolgreichen“ Sonnenuntergang braucht es auch nicht zwangsweise Wolken (auch wenn sie sehr helfen). Denn auch wenn es keine Wolken hat, erlebt man meistens Lichtspiele, die sich einem nur in den Bergen bieten. Gerade wenn die untergehende/aufgehende Sonne die Bergspitzen in ihr Licht taucht und der Himmel das typische Rosa des Alpenglühens annimmt, kann man nicht umhin als sich von dieser wilden Schönheit verzaubern zu lassen.

Alpenglühen (web)
Alpenglühen über dem Sparafeld

Außerdem war diese Tour die erste Bewährungsprobe für meine neueste Errungenschaft, das Rollei Rock Solid Gamma Stativ (Testbericht folgt). In der Landschaftsfotografie kann man ja generell eher niedrige Ansprüche an seine Ausrüstung stellen (gute Ausrüstung erleichtert einem die Abreit natürlich), woran man aber nicht sparen sollte ist ein standfestes Stativ. Ich fotografiere fast ausschließlich auf dem Stativ, egal ob am Tag, zum Sonnenuntergang oder in der Nacht. Außerdem habe ich recht hohe Ansprüche was das geringe Gewicht (immerhin muss ich es über viele Höhenmeter tragen) und die Standfestigkeit angeht (am Berg ist es oft sehr windig mit unebenem Untergrund). Soweit war ich mit dem Rollei sehr zufrieden, aber mal abwarten wie es sich auf weiteren Touren schlägt.


8 Gedanken zu “Tourenbericht: Kalbling

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