Tourenbericht Kleiner Pyhrgas

Zur Tour

Es ist Sommer und das bringt allerhand mit sich, für mich vor allem viel freie Zeit und warmes Wetter, aber bis jetzt auch viel Regen und Gewitter. Deswegen war ich die letzten Wochen leider viel öfter zu Hause, als es mir lieb gewesen ist. Aber früher oder später hält man es nicht mehr aus und man muss doch wieder dem Ruf der Berge folgen. Für mich war es Anfang der Woche so weit und mein Weg führte mich nach Spital am Pyhrn, Ziel war der kleine Pyhrgas.

Großer Pyhrgas bw (web)
Großer Pyhrgas, gesehen vom kleinen Pyhrgas aus (24mm bei F13.0 und 1/15s, ISO100)

Auch auf diesen Berg wollte ich schon im Winter steigen, musste die Tour jedoch abbrechen. Jetzt wo kein Schnee mehr in solchen Höhen zu finden ist, war der Aufstieg jedoch kein Problem. Allerdings hatte ich mir wieder einen besonders windigen Tag ausgesucht, sodass die Suche nach einem geeigneten Schlafplatz eine ganze Weile gedauert hat und ich im Endeffekt mitten auf dem Weg übernachtet habe.

Mittlerweile ist man auch in den Bergen nicht mehr wirklich sicher vor den sommerlichen Temperaturen, denn selbst in der Nacht ist die Temperatur nicht unter 15 Grad gefallen. Das mag zunächst positiv sein, mir war es in meinem Schlafsack aber hoffnungslos zu heiß. Wirklich abdecken konnte ich mich allerdings auch nicht, da immer noch starker Wind ging und es so wieder zu kalt gewesen wäre. Da ist mir der Winter doch tatsächlich lieber, man weiß zumindest worauf man sich einstellen muss. 🙂

 

Landschaftsfotografie im Sommer

Mein Wecker klingelt, zum zweiten Mal diese Nacht. Gerade ist es fünf Uhr morgens. Das erste mal hat er um Mitternacht geläutet, ich bin eine halbe Stunde den Berg raufgelaufen, habe eine Stunde die Milchstraße fotografiert und bin eine halbe Stunde wieder runter gelaufen. Jetzt ist es an der Zeit meinen Schlafsack zusammenzupacken und Richtung Sonnenaufgang zu marschieren. Ich bin noch sehr müde, mehr als vier Stunden Schlaf habe ich wohl nicht zusammen gebracht. Ich schließe für ein paar Sekunden die Augen und lasse meine Umgebung auf mich wirken. Die klare Luft, das beständige Pfeiffen des Windes und die langen Grashalme, die ab und zu über mein Gesicht streift. Ich lächle, endlich wieder in den Bergen.

Der Sommer ist wohl die schwierigste Jahreszeit für Landschaftsfotografie. Das fängt damit an, dass Sonnenuntergänge sehr spät und Sonnenaufgänge sehr früh sind, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein wird also gleich noch mal anstrengender und verlangt dem Fotografen mehr ab.

Roter Sonnenuntergang (web)
Roter Sonnenuntergang (105mm bei F5.6 und 1/250s, ISO200)

Aber auch das Wetter und die Landschaft selbst stellt einen im Sommer vor größere Herausforderungen als zu anderen Jahreszeiten. Im Herbst hat man die bunte Vielfalt der Wälder, oft stürmisches Wetter mit eindrucksvollen Wolken oder Morgennebel. Im Sommer hingegen zeigt sich alles in einheitlichem Grün, an dem man sich schnell satt gesehen hat. Der Himmel ist oft komplett wolkenlos, oder man hat nur wenige unförmige Wolkenstreifen und diesige Landschaften.

Morgendunst im Gebirge(web).jpg
Morgendunst (28mm bei F11.0 und 1/40s, ISO100)

Aber das heißt natürlich nicht, dass es unmöglich ist zu fotografieren, es ist nur etwas schwieriger. Man muss sich neu einstellen und einige Dinge anders sehen. Kompositionen, die im Herbst oder Winter funktionieren würden, wirken im Sommer oft nicht ganz so beeindruckend. Allerdings kann man sich auch die Eigenheiten dieser Jahreszeit zu Nutzen machen, mit dem warmen Licht auf den grünen Wiesen und Wälder spielen, oder bewusst eine kontrastarme, einfache Stimmung erzeugen.
Und einer der wohl größten Vorteile ist es, dass es in der Nacht warm genug ist um in aller Ruhe die Milchstraße zu fotografieren, die sieht nämlich immer toll aus.

Milchstraße über dem großen Pyhrgas (web)
Milchstraße über dem großen Pyhrgas (24mm bei F4.0 und 40s, ISO3200)

Und sonst?

Auch wenn ich keine wirklich großartigen Touren unternommen habe in den letzten Wochen, habe ich mich einige Male mit der Kamera im Gepäck in den Zug gesetzt um ein paar Punkte auf meiner Liste abzuarbeiten.
Zum einen war ich in Golling und habe den sehr bekannten Wasserfall dort fotografiert.

Gollinger Wasserfall (web)
Gollinger Wasserfall (24mm bei F13.0 und 1/4s, ISO31)

Außerdem war ich auch in Tirol um die Reitherspitze zu erklimmen. Das Wetter war jedoch dermaßen schlecht, dass ich mich die meiste Zeit in der Nördlinger Hütte verstecken und ohne nennenswerte Fotos nach Hause fahren musste. Die dortige Landschaft wird mich aber sicher noch mal in diese Gegend locken. Kurz ist es aber auch da mal aufgerissen und ich konnte doch noch ein Foto machen.

Auge des Sturms (web)
Auge des Sturms (95mm bei F8.0 und 1/400s, ISO200)

6 Gedanken zu “Tourenbericht Kleiner Pyhrgas

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s